Umwelt und Erhalt  
     
Jeder Brückenbau führt unweigerlich zu einem Eingriff in die Umwelt. Hinsichtlich der Bemühungen um eine Ausbalancierung zwischen den Bedürfnissen des Verkehrs und den Umweltbelangen gelten die Prinzipien der Vermeidung und Verminderung von Eingriffen. Nach dem "Vorsorgeprinzip" sind vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen. Andererseits dürfen zum Ausgleich für unvermeidbare Beeinträchtigungen keine erheblichen und nachhaltigen Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes zurückbleiben. Das Landschaftsbild muss landschaftsgerecht wiederhergestellt bzw. neu gestaltet werden.

Am Anfang jeder Planung steht deshalb die Umweltverträglichkeitsstudie. Sie umfasst die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der Auswirkungen eines Bauvorhabens auf Menschen, Tiere und Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft sowie auf Sach- und Kulturgüter.

Erhalt

Ein zentraler Bereich der Kostenminimierung ist der Erhalt von Brücken. Dieser Komplex umfasst den baulichen Unterhalt, die Instandsetzung sowie die Erneuerung einzelner Bauwerksteile oder eines ganzen Bauwerkes.

Dabei nehmen - obwohl der vorhandene Brückenbestand in den alten Bundesländern verhältnismäßig jung ist und in den neuen Bundesländern Jahr für Jahr erneuert wird - die Unterhaltskosten ständig zu. Verantwortlich für die steigenden Kosten sind vor allem der verkehrsbedingte Verschleiß, aber auch die ständige Zunahme des Bestandes und des schweren Güterverkehrs. Der Finanzbedarf ist durch ausführliche Untersuchungen ermittelt worden. Er wird beim Bund von heute ca. 350 Mio. Euro auf ca. 500 Mio. Euro im Jahre 2010 steigen.

Brückenprüfung

Alle Brücken werden vierteljährlich auf ihre Verkehrssicherheit hin überprüft. Dabei wird vor allem die Funktionssicherheit von Einbauteilen wie Fahrbahnübergängen und Entwässerungseinrichtungen sowie der Schutzvorrichtungen wie Geländer und Lärmschutzwände kontrolliert. Einmal jährlich wird jede Brücke intensiv besichtigt, im Falle von Hochwassern oder Unfallbeschädigungen auch häufiger. Alle drei Jahre folgt eine genaue Prüfung hinsichtlich der Tragfähigkeit, Standsicherheit und des baulichen Zustandes. Alle Über- und Unterbauten werden untersucht, alle funktionellen Einbauteile, Brückenausrüstungen, Sicherheitsmaßnahmen und überführte Leitungen geprüft. Im Rhythmus von sechs Jahren erfolgt eine Hauptprüfung, die erste direkt nach Fertigstellung des Bauwerkes. Untersucht werden alle Bauwerksteile.

Die Spannweite der Maßnahmen reicht vom Abklopfen der Betonflächen und der Kontrolle des festen Sitzes von Verbindungsmitteln bis zum Messen von Rissen oder Verformungen. Hinzu kommen chemischen Untersuchungen um z. B. das Korrosionsrisiko abzuschätzen. In diesem Kontext gewinnen aufwändige technische Prüfmethoden ständig an Bedeutung.

 
 Argentobelbrücke, Bayern, vor dem Abriss der
 historischen Brücke von 1906


 Blaues Wunder, Dresden, Sachsen
     
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