Entwurf und Konstruktion  
     
Brücken werden vom Bund, vom Land, den Kreisen, den Kommunen, der Deutschen Bahn, den Wasserstraßen- und Hafenverwaltungen in Auftrag gegeben. Tausende von Experten wirken mit, um das Netz der bundesdeutschen Brücken zu finanzieren, zu planen, zu bauen, zu überwachen, zu erhalten und gegebenenfalls zu erneuern. Während der Entwurf eines Gebäudes Aufgabe eines Architekten ist, der sich beim Komplex Tragfähigkeit vom Ingenieur beraten lässt, ist der Brückenentwurf primär Sache der Ingenieure, da beim Brückenbau die Konstruktion mit ihrem Tragverhalten und der Statik im Vordergrund stehen..

Planung

Vor dem Bau der Brücke steht ein langer Prozess der Entscheidungsfindung. Sie beginnt mit dem Verwaltungsentwurf, der von den Bauherren, vor allem dem Bund und den Ländern, vorgegeben wird. Es folgt die Ausschreibung mit einer Leistungsbeschreibung. Bei der Bewertung der Angebote sind u. a. die technische und wirtschaftliche Qualität der angebotenen Sonderkonstruktionen sowie die Leistungsfähigkeit und Qualifikation des Bieters und seiner Nachunternehmer zu prüfen. Die Straßenbauverwaltungen der Länder legen dem Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen die Angebote vor, wenn die Auftragssumme drei Mio. Euro übersteigt.

Nebenangebote

Die Anbieter müssen sich in Deutschland, anders als in vielen anderen Ländern, in der Regel nicht an die Konstruktion des Verwaltungsentwurfes halten. Es liegt in ihrem Ermessen, Nebenangebote zu unterbreiten, die sich kreativ mit dem Brückenbauwerk auseinandersetzen. Nach dem Entscheid folgt die Ausführungsplanung, der Bau wird von der Verwaltung oder einer beauftragten Firma überwacht. Am Ende wird das fertige Bauwerk nach einer Hauptprüfung abgenommen.

Konstruktion

Der Bereich Konstruktion und Herstellung schließt die Art der Brücke, ihre Gründung und Belastung, die Baustoffe und Bauverfahren, die Verkehrssicherheit und die Dauerhaftigkeit ein.

Der Brückenkonstrukteur verschafft sich durch Baugrunduntersuchungen genaue Kenntnisse über die Art und den Verlauf der Bodenschichten und kann anschließend die für das Bauwerk günstigste Gründung bestimmen. Bei tragfähigem Boden wie Fels oder Kiessand ist eine Flachgründung möglich, bei der die Fundamente der Widerlager, Pfeiler oder Pylone direkt auf dem Untergrund gesetzt werden. Alternativ wählt der Ingenieur bei sandigem oder lehmigem Boden eine Gründung in tieferen Bereichen mit Sondermaßnahmen wie etwa Pfahlgründungen.

 
 Nesenbachtalbrücke, Stuttgart-Vaihingen,
 Baden-Württemberg


 Glacisbrücke Ingolstadt, Bayern


 Unterspannung, Neckartalbrücke Weitingen,
 Baden-Württemberg


 Lärmschutz-Galerie Ravensburg, B 30, Baden-Württemberg
     
nach oben www.deutsche-bruecken.de