Brückenbau  
     
Für den Bau der Brücke bieten sich verschiedene Verfahren an. Ursprünglich wurde der Überbau von Brücken fast nur von einem Gerüst (Lehrgerüst) aus hergestellt. Es diente dazu, Bogenelemente zusammenzufügen, bis der Bogen vollendet und damit selbsttragend war. Später kam das Lehrgerüst auch im modernen Brückenbau in Einsatz, verlor aber immer mehr an Bedeutung, je größere Weiten überspannt wurden. Vor allem der Spannbeton eröffnete dann dem modernen Brückenbau eine Reihe neuer Bauverfahren.

Taktschieben, Freivor- und Fertigbau

Heute stehen den Ingenieuren diverse Verfahren zur Verfügung. Beim Freivorbau wird von einem Pfeiler aus der Überbau, gleichzeitig nach beiden Seiten ohne Hilfsunterstützung, vorgebaut. Beim Taktschiebeverfahren wird Stück für Stück des Überbaus an einem Ende der Brücke hergestellt und dann jeweils um ein Teilstück in Brückenlängsachse vorgeschoben. Bei der dritten Alternative, der Fertigteilbauweise, werden Fertigteilbalken vor allem für den Bau kürzerer Brücken und dort eingesetzt, wo über Verkehrswegen (Autobahn, Eisenbahn) nur schwer ein Lehrgerüst aufgebaut werden kann und besondere Terminzwänge bestehen. Die Fertigteile werden in einer Fabrik hergestellt und als Schwertransport auf die Baustelle gebracht.

Die Fahrbahnplatte wird immer an Ort und Stelle betoniert, um ein homogenes Gesamtbauwerk mit guter Befahrbarkeit (ohne Fugen) zu gewährleisten. In speziellen Fällen werden Brücken nach seitlicher Herstellung in ihre endgültige Lage verschoben.

 
 Talbrücke Reichenbach, A 71, Thüringen


 Nachtarbeit in den Lagern des Stahlverbundüberbaus
 an der Talbrücke Reichenbach
     
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