Die Kunst der Ingenieure  
     
Brücken sind heute ein selbstverständlicher Teil der modernen Infrastruktur. So selbstverständlich, dass selbst diejenigen, die regen Anteil an Architektur, Stadtentwicklung, Technik und Design nehmen, sich normlerweise wenig Gedanken über den Brückenbau machen. Während viele Architekten zu Stars des Feuilletons wurden, sind die größten Ingenieurleistungen des Brückenbaus meist nur Insidern bekannt. Die Ausstellung STRASSENBRÜCKEN - Ingenieur Bau Kunst in Deutschland, die aus Anlass des "XXI World Congress of Architecture" ab dem 11. Juli im ehemaligen Staatsratsgebäude in Berlin (Schlossplatz) gezeigt wird, will die Leistungen des deutschen Brückenbaus und das kreative Potenzial der Brückenbau-Ingenieure dokumentieren und Interesse für das Thema wecken.

Sie zeigt auf Bildtafeln, mit Modellen, Videos und Brückenelementen technisch, ästhetisch und verkehrsplanerisch überzeugende Lösungsmöglichkeiten am Beispiel von ca. 60 Straßenbrücken in Deutschland. Wenn auch die Brücken, die in den letzten drei Jahrzehnten entstanden sind, im Zentrum der Ausstellung stehen, wird doch ein Blick auf fast 900 Jahre Brückenbaugeschichte in Deutschland geworfen.

Anders als beim Hochbau, bei dem die raumabschließende Hülle der Fassade häufig die Konstruktion verbirgt, prägt beim Brückenbau stets das Tragwerk die Gestalt. Deshalb demonstriert die Ausstellung am Beispiel der Tragwerksformen der ausgewählten Bogen-, Schrägseil-, Hänge- und Balkenbrücken die konstruktive Vielfalt des Brückenbaus und erklärt - auch für den Laien verständlich - einige Konstruktionsmerkmale.

 
 Bogenklappverfahren, Argentobel, Bayern
     
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